Honda Spirit im Glück – Drama bei H&R Pergande Racing

11146511_10153031281048214_6098947710028275252_nSo wünscht man sich Langstreckenrennen. Der 3. GTC Meisterschaftslauf in Templin bot alles was man sich von großen Langstreckenrennen erwartet. Wechselnde Witterungsverhältnisse sorgten für reichlich Aktion in der Boxengasse. Zum richtigen Zeitpunkt die richtige Reifenwahl treffen, Anschluss an die Spitze halten, das Kart bloß nicht von der Strecke pfeffern und hoffen das die Technik mitspielt sowie etliche Pace-Kart Phasen. Dazu kamen zwei Unterbrechungen, jeweils um die 25 Minuten wegen Überflutung der Strecke und einem Gewitter. Kurz gesagt, es gab viele Gelegenheiten etwas falsch zu machen und diese Möglichkeit wurde reichlich genutzt.  

Wie auf der Nordschleife oder in Le Mans, wurde auch beim 12h Rennen in Templin gefightet was das Zeug hält. Material schonen? Aus allem raus halten? Man findet 1 Zehntel wenn man den Curb frontal nimmt! Kein Wunder also, das immer wieder Karts mit Rahmenschäden in die Box rollen um dann als Totalschäden abzubuchen sind. Selbst ohne Feindkontakt ging das sehr gut. Die Aussicht auf einem Podiumsplatz vernebelt bei vielen die Sinne. „Maximum Attack“ war angesagt.

11665402_696522050478004_509277128829815997_nGleich vier absolut erfahrene Top-Teams stolperten bei der Hektik der Boxenstopps über die Regeln und reihten sich falsch hinter das Pace-Kart ein, worauf es jeweils eine 1 Minuten Strafe gab. Dem GTC Rekord Team, die Zehn Gebote aus Hagen, erwischte es sogar zweimal! Zum Ende des Rennens bei Dunkelheit, kam die Rennleitung mit den verteilen der Strafen gar nicht mehr nach.

Weniger ist bekannter Weise manchmal mehr. Den kühlsten Kopf behielt man bei Honda Spirit. Obwohl die Rodenbacher „nur“ die 18. schnellste Rennrunde hinlegten, hielten sie sich immer in der Runde des Führenden auf. Ähnlich stark die H&R Pergande Truppe. Die Siegener segelten ebenfalls immer dicht bei der Spitze mit. Das galt natürlich lange Zeit auch für die Messebauer, Zehn Gebote, HTP-Kart Team oder PixelX Racing, aber all diese genannten Mannschaften wurden durch Zeitstrafen zurückgeworfen.

Erneut schnupperten ein dutzend Teams Führungsluft. Mit dabei die Jungs von den Cool Runnings und ATW Racing, beide musste aber später mit technischen Problemen zurückstecken.

11180608_10153031280928214_8223384673922433489_nTemplin, Samstag der 27.06. um 23Uhr
530 Runden sind absolviert, gut ½ Stunde ist noch zu fahren. Honda Spirit liegt in Führung. Nur 8 Sekunden dahinter die #57 des H&R Pergande Teams und die Siegener holen mächtig auf. Fast eine ½ Sekunde pro Runde! Auch die Zehn Gebote sind nur 10 Sekunden zurück, müssen aber noch 1 Minute in der Strafbox absitzen. Acht Runden später dann das Drama. Ein Kart steht in Turn 6 nach kapitalen Motorschaden ist auch die Strecke stark verölt. Es ist die #57! Die Siegener warten bis das Feld vom Pace-Kart eingefangen wurde, sprinten mit dem Kartwagen auf die Strecke um das Kart zu bergen. Zurück in die Box und schnell den Motor wechseln. Während andere mal eben 10 Minuten für einen Reifenwechsel benötigen, geht H&R Pergande Racing nach 6 Minuten (inkl. Kart bergen) wieder auf der Strecke und reiht sich hinter dem Pace-Kart ein. Was für ein Pech und was für eine meisterliche Schrauber Leistung! Auf Platz 9, knapp vor dem WGKC, fand man sich wieder. Schwacher Trost für ein starkes Rennen.

11707507_10153031276903214_2190048964272288617_nDer achte Platz ging an BPR Racing die in den letzten Minuten noch einmal von der Strecke gerammt wurden. Glück für die Osterburkener das sie gleich wieder weiterfahren konnten und so 6 Sekunden vor H&R ins Ziel liefen. Bei ATW Racing (P7) trauerte man dem Zeitverlust durch ein gerissenes Starterseil nach. Da ging heute mehr, schließlich lag man über 8 Runden in Führung. Ähnliches gilt für das HTP Kart Team (P6) Eine Zeitstrafe hat 2 Runden gekostet, P3 wäre möglich gewesen. Den letzten Podiumsplatz (P5) erarbeitete sich das PixelX Team aus Braunschweig. Man durfte sich mit einem Sieg in der Trophy trösten, auch hier stand das Kart 1 Minute in der Strafbox.

Nach einem „durchwachsenen“ Ergebnis in Oppenrod, geht es für Shark Endurance Racing (P4) wieder aufwärts und die Zehn Gebote aus Hagen reicht ein Platz3 zur erneuten Tabellenführung. Den Anschluss halten dabei auch die Messebauer aus Sinsheim. Nach Absturz in Oppenrod nun erneut Platz 2, die meisten Führungsrunden (392 von 555) beweisen was ohne die Zeitstrafe drin gewesen wäre.

11666119_10153033423863214_8329629780912279874_n (1)Honda Spirit gewinnt am Ende mit einer Runde Vorsprung. Das auch dieser Sieg an einem seidenen Faden hing, zeigte der Achsschenkel am Kart der #22. Als variable Sturzverstellung könnte man den Schaden umschreiben. Das Chassis (2 Jahre alt ca. 160 Rennstunden) hat es definitiv hinter sich. Glück gehabt, und das ist der letzte Puzzelstein den man zu einem Langstreckensieg benötigt. Selbst wenn man sich aus allem raus hält, nichts falsch macht und die Technik mitspielt. Ohne Glück geht es eben auch nicht.