Auf den letzten Metern

Im Cup herrschen, zum Gefallen des Berichterstatters, noch Bedingungen wie in den frühen GTC Jahren. Wer ohne Probleme, Strafen oder Fehlern durchkommt, gewinnt das Rennen oder ist zumindest ganz weit vorne. Das schöne dabei war, dass in Liedolsheim keines der 12 Cup Teams ungeschoren davonkam.

Doch der Reihe nach. Die Ausgangslage in der Meisterschaft war klar. MBS Racing führte die Tabelle seit dem ersten Rennen an, doch der Rheintal MSC schob sich zum Finale bis auf 9 Punkte heran. MBS würde eine Platzierung direkt hinter der #96 aber reichen, um den Titel zu holen. Gewinnen aber die Aufmüpfigen Newcomer von ZAP #152 hätten die Rookies, je nach Einlauf der beiden Erstgenannten, auch noch reelle Chancen auf den Titel. Ihr Rückstand betrug vor dem Finale 20 Punkte.

Im Qualifying mischte sich dann auch noch die #16 vom ADAC Junior-Team Südbayern mit ein. Starke Cup-Pole auf dem 5.Gesamtrang! P2 ging an den Rheintal MSC vor, man höre und staune, den „Minis“ vom MSC Oberflockenbach. Danach folgte ZAP, Sensory-Minds GP und MBS Racing.

Mit dem Rennstart ging es dann schon los. Bevor die grüne Flagge fiel, schossen sich gleich zwei Cup-Teams ins aus, als beim Reifen aufwärmen die #62 von Kettenbach Motorsport komplett querstand und MN-Racing Pfalz sowie EuroRacing breitseits in den Unglücksraben rutschten. Bei Euroracing hielt sich der Schaden in Grenzen (Spurstange) MN Racing hingegen stand eine ganze Weile in der Box um die Hinterachse zu tauschen, während Kettenbach Motorsport unbeschadet dem Feld hinterher eilen konnte.

In diesem Stil sollte es weitergehen. Nach 15 Minuten die erste Pace-Kart Phase. Aus reiner Unachtsamkeit rauschte Sensory-Minds GP vehement in das Heck von MBS Racing. Die #66 konnte mit eingedrückter Heckpartie weiterfahren, allerdings haderte man nun mit dem Fahrverhalten des TB-Karts, Sensory-Minds enterte zu rustikalen Restaurierungsarbeiten die Box um den Vorderbau sowie Spurstangen zumindest einigermaßen wieder in Form zu bringen.

Eine weitere Pace-Kart Phase wurde dann der #51 von ABR Performance zum Verhängnis. Man überholte das Pace-Kart und durfte anschließend in der Strafbox über den Fauxpas nachdenken.

Weiter vorne wurde der Spitzenreiter (ADAC Junior-Team Südbayern) kurz von einem Team aus der Top-Klasse ins Aus befördert. Der Zeitverlust war noch nicht so relevant. Als dann eine Stop&Go bei der #96 (Haltelinie) vermeldet wurde, riskierte man kurz vor Schluss einen Reifenwechsel unter Grün, wodurch der MSC Rheintal wieder knapp die Führung übernahm.

Auch ZAP #152 setzte alles auf den Sonntag und besohlte ihr Kart auf einer Seite neu. Trotz der zu erwartenden Runde Rückstand, rechnete man sich einen Vorteil für den nächsten Tag aus, schließlich hatte man den Reifenwechsel mehrfach trainiert. Leider ging der Reifenwechsel total daneben. Erst passten die neuen Socken nicht drauf, dann war ein Stehbolzen platt und schließlich wollte der Radstern partout nicht von der Hinterachse weichen.  

So übernachteten dann die Cup-Teams in folgender Reihenfolge.

Der MSC Rheintal lag vorn (P10 Gesamt!)
1 Runde zurück die #16 der Südbayern vor MBS Racing.
3 Runden Rückstand für den MSC Oberflockenbach vor K-Race-Tec und Sensory-Minds GP

Zu diesem Zeitpunkt wäre der MSC Rheintal Meister, oder doch nicht? Bekommt die #16 Punkte? Sind die Südbayern nun als Gaststarter zu sehen, da sie zum ersten Mal die volle Distanz mitfahren?
Noch bevor es zu Nachtruhe ging, klärte die Rennleitung auf. Es gibt auch Punkte für die #16, ergo muss MBS Racing am Sonntag die Südbayern niederringen oder die Südbayern knacken die #96.

Tja, wenn das immer so einfach wäre. Schon kurz nach dem Re-Start rollt die #16 mit gebrochener Hinterachse in die Box. Damit sind sie raus aus den Top-5. Beim Rheintal MSC bricht die Halterung des Frontschildes, dies kann MBS nicht nutzen da sie selbst einige Runden in der Box verlieren. Lockerer Sitz, gebrochener Kettenschutzhalter sowie gebrochene Zusatzsitzstrebe. Bei ABR Performance hat es ebenfalls eine Sitzstrebe gekillt und beim schnellsten Team der Klasse (ADAC Südbayern) hagelte es noch eine 3 Minuten Strafe wegen Untergewicht.

Bei so viel Towabo konnte man leicht den Überblick verlieren. Zum Glück gibt es die Zeitenmonitore. Die #96 eindeutig vorn, aber dahinter hat sich Sensory-Minds klammheimlich auf P2 geschoben. Die #13 hatte die Anfangsphase des Rennens total verwachst, legte dann aber unter dem Radar der Konkurrenten ein Rennen hin, das sich sehen lassen konnte, und das mit dem windschiefen Vorderbau.

Platz 3 ging an die K-Race-Tec Mannschaft mit der #68 die eben zur Stelle waren als die anderen stolperten. MBS Racing gelingt zwar noch Rang 4, damit aber zu wenig um den Titel nach Köln zu holen. Platz 5 ging an ZAP #152 die das Rennen durch den verpatzten Reifenwechsel verloren, auch wenn dieser dafür sorgte das man am Sonntag die 5h Sonderwertung gewann.

Der Rheintal MSC gewinnt also auch das zweite 12h Rennen auf Ihrer Heimbahn und schnapp sich auf den letzten Metern noch den Titel im BEBA-Cup