Top-Teams unter Druck

39 Teams nahmen im Schnitt an jedem der 6 GTC Langstreckenrennen 2018 teil und die arrivierten Top-Top Mannschaften gerieten unter erheblichen Druck von aufmüpfigen Neueinsteigern und Teams aus der zweiten Reihe, die sich damit nachdrücklich für höhere Ziele empfohlen haben.

Allen voran der KSF Bosch aus Bamberg. Mit mittlerweile 51 GTC Starts gesegnet gehört man schon zu den erfahrenen Mannschaften die aber bisher höchsten für Laufsiege in der 2.Liga (Trophy-Klasse) gehandelt wurden. Das Team wurde für 2018 leicht umgekrempelt und schon ging es vorwärts.

P5 zum Saisonauftakt dann der extrem starke Sieg beim 1000 km Rennen in Oppenrod, gefolgt von P2 beim 12h Rennen in Templin. Halbzeitmeister!

Der MSC Oberflockenbach, eine bekannte Größe in der Langstreckenszene, hatte zwar zwei Laufsiege patzte aber leicht beim 1000km Rennen (P7) Damit war man erster Verfolger des KSF Bosch da auch der zweite Top-Titelkandidat strauchelte. Honda Spirit leistete sich in Templin einen Ausrutscher (P9) und war so bei Halbzeit auf dem Dritten Tabellenrang wiederzufinden. Das es überhaupt noch so weit nach vorne ging hatten beide auch den Problemen der anderen Top-Teams zu verdanken.

Die Schnitzelalm erlebte einen Saisonstart zum vergessen (P11 & P31) erst dann konnte man mit P3 in Templin ein standesgemäßes Ergebnis feiern. DG Racing by Messebau vermasselte das 12h Rennen in Templin genau wie Oberheiden Motorsport und bei LS Racing lief mal gar nichts zusammen.

Der Titelverteidiger, die Zehn Gebote aus Hagen, mussten sogar nach 2 Rennen ganz passen. Familiäre Probleme zwangen das GTC Rekordteam zum Abbruch der Saison.

Nach einem schwierigen Jahr 2017 (etliche Motorschäden, Plomben-Gate und Chassis Krieg) zeigte sich die GTC Gemeinde 2018 aber von der besten Seite. Durch viele Anpassungen im Reglement konnten die GTC Organisatoren gegensteuern, die Motorschäden wurden auf ein erträgliches „Normalmaß“ zurückgestutzt das gesamte Teilnehmerfeld lag im Schnitt bei jedem Rennen innerhalb von einer Sekunde und auch der „Chassis-Wahn“ scheint sich beruhigt zu haben.

So konnten die Teams für die zweite Saisonhälfte angasen. Das tat vor allem die Schnitzelalm und holte mal locker doppelt so viele Punkte als in der ersten Hälfte, was die Allgäuer noch auf P5 in der Meisterschaft brachte. Oberheiden Motorsport zeigte sich äußerst konstant. 4ter in der ersten Hälfte, 4ter in der zweiten Hälfte und ebenfalls P4 bei den schnellsten Rennrunden des Jahres. Macht zusammen, richtig, P4 in der Meisterschaft. Dabei hätte ein dritter Platz bei jedem der 6 Rennen die Meisterschaft bedeutet.

So aber siegte Honda Spirit beim Super Race-Weekend in Wittgenborn und übernahm die Tabellenführung, da der KSF Bosch patzte (P8) und auch der MSC Oberflockenbach keine Meisterleistung zeigte (P6) Oberheiden Racing nur auf P13, aber DG Racing und die Schnitzelalm fahren auf das Podest und melden sich damit zurück.

Beim Saisonhighlight, dem Bavarian 24h geht die Achterbahnfahrt weiter. Der Tabellenführer und Titelverteidiger strauchelt, hält sich aber mit P6 noch eine Minimalchance auf den Titel. Den KSF Bosch erwischt noch härter P30 und andere glänzen. Oberheiden mit P2, die Hausexperten hatten eine Hand am Pott bis das Chassis brach, der WGKC entert P3 und die Schnitzelalm Mädels fahren ihr Rennen des Jahres inklusive der schnellsten Rennrunde. Und, obwohl man nach 16 Stunden die Hinterachse wechseln musste und 8 Runden Rückstand kassierte, gewann der MSC Oberflockenbach noch im Herzschlagfinale mit 33 Sekunden Vorsprung. Der insgesamt 6. Sieg des MSC Oberflockenbach beim Bavarian 24h und nun neuer Tabellenführer mit sattem Vorsprung. Beim Finale in Liedolsheim ging es nur noch darum auf P6 ins Ziel zu kommen um alles klar zu machen. Honda Spirit versuchte alles, gewann das Finale vor dem wiedererstarkten KSF Bosch und der Schnitzelalm. Auf P4, und damit neuer GTC Champ der MSC Oberflockenbach.

Selten zuvor strauchelten die Top-Teams so oft während einer Saison, nutzen indes konnte es keiner, auch nicht die vermeintlichen Underdogs. Die haben 2018 dennoch gezeigt dass sie auch den Speed der Top-Mannschaften mitgehen können und aufgeschlossen haben. Die Hausexperten und der KSF Bosch sowieso. EM Racing Cheb in ihrer ersten vollen Saison mit Bestzeit beim Finale, das Kollektiv-Seidel mit dem Titel in der Trophy Klasse und viele andere mehr.

Selbst in der Cup Klasse für Neueinsteiger und Gentlemen Teams tat sich einiges. Die BIGBOYS mit ihrem Last Minute Erfolg zu Meisterschaft, alle Rookies mit Podestplätzen oder sogar Laufsiegen. Im Falle der Schnitzelalm Mädels sogar mit der absolut schnellsten Rennrunde in Wackersdorf.

Nun gilt es nur noch diese Top Resultate im nächsten Jahr auch Rennen für Rennen zu wiederholen und schon winkt die Meisterschaft. Aber das ist so unsagbar schwer, in einem Top-Feld von Langstrecken Verrückten der GTC, die 2019 bereits die 22. Saison in Angriff nehmen.