Talentfrei feat Ghost Busters und das Jahr der Rekorde

Der neue Titelträger in der diesjährigen ADAC Trophy legte eine Saison hin, wie es nur selten einer Mannschaft in der GTC Geschichte gelang.

Auch der Werdegang der Talentfrei feat Ghost Buster Mannschaft aus dem Sauerland ist bemerkenswert. 2015 gaben sie Ihr Debüt beim Finale in Wittgenborn. 2016 folgte das erste komplette GTC Jahr mit P8 im BEBA Cup. Schon ein Jahr später durfte man den Cup-Titel feiern um dann 2018 in die 2.Liga, der Trophy aufzusteigen. Mit P4 schlug man sich beachtlich, um dann für dieses Jahr eine Kooperation mit den Ghost Busters einzugehen. Diese wurde nicht von allen als erfolgsversprechend angesehen. Doch die Zweifler wurden schnell eines Besseren belehrt.

Wir springen gleich zur Saison Halbzeit. Wittgenborn, 3 Veranstaltungen mit 5 Läufen liegen hinter uns und in allen Läufen hieß der Sieger Talentfrei feat Ghost Busters und trug die Startnummer #21.

Erst in Templin riss die Siegesserie als man in einem Unfall verwickelt wurde und das Kart erst aufwendig restauriert werden musste. Trotzdem reichte es noch zu P4 in diesem Rennen, das die Hausexperten.de gewinnen konnten. Die #50 war auch der einzig verblieben ernsthafte Verfolger des immer noch locker führenden Kart mit der #21. Theoretisch musste man auch das ADAC Team Nordbaden dazuzählen, die wahrlich keine schlechte erste Halbzeit hingelegt hatte. Gleich dreimal P3 und in Templin auf P2. Im Normallfall ist man damit ein heißer Anwärter auf den Titel, aber dies verblasste etwas bei der Dominanz der Talentfrei Mannschaft, genau wie die Leistungen der anderen Trophy-Teams.

Als da wären EM Racing aus Cheb. Der freche Neueinsteiger des letzten Jahres übersprang gleich die Cup Klasse und startet 2018 in der Trophy mit sehenswerter Performance, mit P3 in der Endabrechnung.

Insofern mutet der 4.Rang in diesem Jahr wie ein Rückschritt an, doch welches Team hat das schon geschafft in der GTC? Im zweiten Jahr dabei und P4 in der Trophy! Well done Emil.

Team RBM 85 startet ebenfalls in ihre erst 2. GTC Saison. Rene Bethke mit seiner Mannschaft setzte einige Ausrufungszeichen, gewann die Sonderwertung beim 1000km Rennen und fightete sich im Finale auf das Trophy-Podium. Nicht schlecht für einen „Frischling“

Die Top-5 Mannschaften verpasst haben gleich drei Mannschaften denen man dagegen viel mehr zutrauen durfte, die es aber aus vielerlei Gründen nicht auf die Reihe bringen konnten. Auch das zeigt die enge Leistungsdichte im gesamten GTC Feld. Die Cool Runnings (schon 3 x GTC Klassenchamp) oder auch die Scuderia Nove Rosso (P8) immerhin GTC Meister des Jahres 2015! Mit so viel Elan gestartet explodierte gleich beim Saisonstart die Kupplung und 2 x P5 bei den 3h Rennen in Wittgenborn waren danach die besten Resultate. Das hatte sich die „Neuformierte Truppe“ mit über 20 Jahren GTC Erfahrung wirklich anders vorgestellt. Dies trifft auch auf NFO Motorsport zu (P7 in der Endabrechnung) aber diese Mannschaft durfte zumindest in den letzten drei Läufen zeigen was möglich gewesen wäre, denn da stimmte der Speed und die #91 durfte eine Menge Motivation für die nächste Saison getankt haben.

Doch der Titelkampf der Saison 2019 blieb anderen vorbehalten. Mit dem Sieg in Templin gingen die Hausexperten das Bavarian 24h hoch motiviert an. Schließlich galt es das Pech im letzten Jahr (Rahmenbruch auf P1 liegend kurz vor Schluss) abzuschütteln. Und das gelang ihnen eindrucksvoll. Trophysieg und das ganze auf P3 im Gesamtklassement. Da konnte selbst der Klassenprimus mit der #21 nur anerkennend applaudieren. Talentfrei hielt sich schadlos und wurde starker Zweiter (P4 im Gesamtklassement) P3 beim Höhepunkt der Saison ging an EM Racing aus Cheb, nachdem man im Vorjahr abgeschlagen auf dem letzten Platz einlief.

Damit war die Meisterschaft praktisch entschieden, nur ausfallen durften die Talentfrei Mannschaft im Finale nicht.

Die #21 beendete die Saison standesgemäß mit einem Sieg und die #50 lief (wo auch sonst) nur knapp dahinter ins Ziel und sicherte sich den Vice-Titel. Wie in der Top-Klasse auch, konnte der neue Titelträger das Bavarian 24h nicht gewinnen und der jeweilige Vice Meister tröstete sich mit einem Sieg bei diesem Klassiker.

Der neue Titelträger hingegen setzte neue Maßstäbe. 5 Siege in Folge, 355 von 380 möglichen Punkten eingefahren, vom Start bis ins Ziel immer auf P1 der Tabelle und als „schlechteste“ Resultat P4 in Templin. Besser geht’s nicht.