Start-Ziel-Sieg für Honda Spirit

Was für ein Jahr für die #22 von Honda Spirit aus Rodenbach. Die Mannschaft um Teamchef Uli Buss ist mit 158 GTC Starts die erfahrenste Mannschaft und bereits seit dem Jahr 2000 in der GTC dabei. Längst hat in der Mannschaft ein Generationswechsel stattgefunden und aus der früheren „Gentlemen-Truppe“ ist längst ein GTC Top-Team geworden, das Jahr für Jahr um die Meisterschaft kämpft.

Nur, das ist in der GTC bekanntlich gar nicht so einfach. Doch dann kam das Jahr 2019. Bereits zum Auftakt gelang der #22 ein Sieg beim 12h Rennen von Liedolsheim und dies obwohl man eigentlich weg war von der Pace. Mit 0,266 Sekunden Rückstand bei den schnellsten Rennrunden (und das ist in der GTC schon eine Hausnummer) gelang Honda Spirit dennoch ein knapper Sieg vor der Schnitzelalm Mannschaft und Oberheiden Motorsport. Ab dem 2. Rennen stimmte auch der Speed bei den Hessen und es folgten zwei weitere Siege in Oppenrod und Wittgenborn!

Ohne es zu diesem Zeitpunkt zu wissen, war dies der Grundstein zum zweiten „Gesamt-Titel“ für Honda Spirit, denn fast alle Meisterschaftsaspiranten hatten bei Halbzeit zumindest einen Lauf dabei, bei dem mal gar nichts ging. Bis auf Oberheiden Motorsport. Die Braunschweiger legten ebenfalls eine starke erste Hälfte hin, allerdings bei jedem Rennen immer einen Platz hinter Honda Spirit.

Nachdem die Schnitzelalm (P23 in Oppenrod) der KSF Bosch (P11 in Liedolsheim und P12 in Oppenrod) der WGKC (P18 in Liedolsheim) oder ATW Racing (P16 in Oppenrod) und DG Racing by Messebau (P11 in Oppenrod und P33 im 2.Lauf in Wittgenborn) deutlich an Boden verloren hatten, war es vor allem der MSC Oberflockenbach der die Welt nicht mehr verstand. Angetreten als amtierender Champ ging in diesem Jahr alles schief. Die Platzierungen der #34 bis zur Halbzeit: P6, 6, 34, 20 und P23. Eine Pechserie ohne Ende brachte Teamchef Wolfram Fath schier zur Verzweiflung.

Mit einem Sieg in Templin dachte man an die Wende eingeläutet zu haben doch beim Bavarian 24h und im Finale kam es dann noch schlimmer. Es grenzte schon an ein Wunder, das sich diese Mannschaft nie entmutigen ließ und immer wieder aufs Neue motivierte und weitermachte. Aus diesem Holz sind eben wahre Champions gemacht.

So fuhren sich langsam andere Teams ins Rampenlicht und davon gleich zwei Teams aus der Trophy. Zwar gelang denen noch kein Gesamtsieg, doch die Performance über das Jahr war beeindruckend. Talentfrei feat Ghost Busters beendete jeden der 8 Läufe (bis auf die 3h Wittgenborn) in den Top-Ten des Gesamtklassements und fuhr in Wittgenborn (6h) sogar auf P2 und in Oppenrod auf P3. Zur Halbzeit hatten Sie es sich auf dem dritten Gesamtrang gemütlich gemacht. In deren Schlepptau die zweite Trophy Mannschaft von den Hausexperten.de mit der #50. Sie feierten gleich 5 Top-Ten Plätze mit dem Bavarian 24h als Highlight (P3) Wie stark die beiden Trophy Teams in diesem Jahr aufgeigten beweisen dann die Endplatzierungen 4 (Talentfrei) und 5 (Hausexperten) in der Meisterschaft.

Der amtierende Trophy-Meister des vergangenen Jahres, KSR Kollektiv Seidel Racing hat ein schwieriges Jahr. Die Trauben hängen hoch in der GTC, das mussten schon viele Trophy-Meister nach dem Aufstieg feststellen. Zwar war man nur 2 x außerhalb der Top-Ten zu finden, aber eben auch kein einziges Mal bei der Siegerehrung unter den Top-5. Der größte Ausrutscher war dann P35 im 3h Rennen in Wittgenborn.

Ein weiterer ehemaliger Trophy Champ, die H&R by KRM Siegen Mannschaft musste ähnliches erleben. Bei fast jedem Rennen vorne dabei, nur zwei „Ausrutscher“ P20 in Wittgenborn Lauf1 und P11 in Templin sorgten aber dafür, dass man die Top-5 im Endklassement verpasste. Es fehlte überall nur ein wenig und die immer stark agierende Taktikabteilung der #57 trifft in der GTC Top-Klasse ja auch nicht auf Nasenbohrer. Die Strategen der Top-Teams arbeiten alle auf sehr hohem Niveau.

Die Schnitzelalm Mädels kamen nach einem tollen Einstand 2018 sogar aus dem Cup in die Top-Klasse der GTC. Ein gewaltiger Schritt, den sie mit Bravour meisterten und sich gegenüber dem Vorjahr (P14 Gesamt) auf P11 im Gesamtklassement verbessern konnten. Klar wollten die Mädels mehr, aber auch die Mädels mussten spüren, das die Pace nicht alles ist und die Kunst bei jedem Rennen problemlos und fehlerfrei durchzukommen selbst den großen GTC Champs noch nie gelungen ist.

Nahe daran, an dieser Perfektion war Honda Spirit in der ersten Saisonhälfte. Das es nicht langweilig wurde lag vor allem an Oberheiden Motorsport. In Templin platzierten sie sich (P2) zum ersten Male vor Honda Spirit während der MSC Oberflockenbach gewann. Auch der KSF Bosch brachte sich wieder ins Gespräch. P4 nachdem man in Wittgenborn sich schon über einen starken 2.Platz freuen durfte. Mit P5 schöpfte ATW Racing ebenfalls Hoffnung, zumindest für ein Top-Resultat im folgenden Saisonhighlight, dem Bavarian 24h.

Und dieses 24h Rennen in Wackersdorf sollte in die Geschichte eingehen. Es war ein Sprint über 24 Stunden, bis auf die Flookies mit der #34 hatte keiner der Top Mannschaften größere Fehler oder Probleme zu beklagen. Neuer Distanzrekord! Den alten Rekord aus dem Vorjahr schlugen gleich 22 Teams! Es war das eindeutig schnellste 24h Rennen welches die GTC in der 22 jährigen Geschichte erlebte durfte. Am besten drückte es ATW Teamchef Armin Buffy aus. „Da erwischt einem nur einmal die Pace-Kart Phase auf dem falschen Fuß und schon ist man Weg vom Fenster, unglaublich“

Der grandiose Sieg ging zum zweiten Male nach Niedersachsen. Oberheiden Motorsport gewinnt das Rennen der Rennen knapp vor Honda Spirit und wittert damit sogar Morgenluft beim Kampf um die Meisterschaft. Die Trophyteams sind erneut bärenstark. Die Hausexperten.de feiern P3 und den Klassensieg über den Dauerrivalen von Talentfrei feats Ghost Busters (P4) vor der ganzen Meute der GTC Top-Mannschaften.

Obwohl es beim Finale erneut eng zu ging, ließ Honda Spirit nichts mehr anbrennen und lief auf P3 vor Oberheiden Motorsport (P5) ein, während der KSF Bosch gewann und sich damit P3 in der Meisterschaft sicherte.

So feierte Honda Spirit in ihrer langen GTC Karriere den 4. Meistertitel, 2 x als Titelträger der Div.I (2007&2009) und 2 x als Gesamtmeister (2016 & 2019) Damit gewinnt die Mannschaft, die seit dem ersten Lauf die Tabellenspitze innehatte, drei Laufsiege in Folge feierte und im gesamten Jahr nie schlechter platziert war als Platz 3, überzeugend und verdient. Verdient hätten es auch die Jungs von Oberheiden Motorsport, sie trafen in diesem Jahr aber auf eine unglaublich stark agierende #22. Ihr eindrucksvoller Bavarian 24h Sieg überstrahlt diesen Vice-Titel aber bei weitem.

Der KSF Bosch wurde starker Dritter vor den beiden Trophy-Teams von Talentfrei und den Hausexperten. Beide lieferten nach 2018 auch dieses Jahr eine großartige Saison. Bleibt zu hoffen das Sie im nächsten Jahr, dann als Aufsteiger, an diese Performance anknüpfen können.