Opfer der Nacht,

gab es einige bei der diesjährigen Auflage des Bavarian 24h in der Trophy-Klasse. Gleich ein Drittel des Starterfeldes erlebte nicht den Sonnenaufgang auf der Rennstrecke. Wer nun dachte, genug der Dramen, wurde eines Besseren belehrt. Auch die letzten 2h eines Langstreckenklassikers können mitunter grausam sein.

Dass die Hatz zwei Mal rund um die Uhr so viele Opfer forderte, lag auch an dem unheimlichen Speed die die Trophy Klasse an den Tag legte. Das fing schon im Qualifying an als Born4Racing ihr Tony in die erste Startreihe im Gesamtklassement feuerte, nur 63 Tausendstel hinter Oberheide! Das drittplatzierte Team war ebenfalls eine Trophymannschaft. Die Hausexperten (#50) zauberten diese Topzeit auf den Asphalt. Mit dem Kollektiv Seidel (P9) fand man die dritte Trophy Mannschaft in den Top-Ten.

So wie das Quali lief, gestaltete sich auch das Rennen. Die besten Trophy Teams konnten locker den Speed des Gesamtklassements mitgehen, mit dem Unterschied das nun auch die MSC O Junioren und Talentfrei mitmischten. EM Racing und die #8 der Hausexperten, konnten den Speed nicht ganz mitgehen und bildeten das Trophy Verfolgerfeld mit needracing.com und der Scuderia Nove Rosso.

Bis zur Halbzeit sollte sich daran nicht viel ändern, nur die #50 der Hausexperten konnte sich peu a peu absetzen und verfügte nach 12h über einen 2 Runden Vorsprung auf die MSC O Junioren. Es folgte Born4Racing, das Kollektiv Seidel und Talentfrei. LS Racing (#21) durfte bis dahin schon einen Motor wechseln und needracing.com musste einen Kettenschaden verdauen. Beide stürzten erstmal in das Nirwana der Tabelle. Nur wenig später benötigte needracing eine neue Hinterachse, wechselt diese nur um 1h später das Kart ganz abstellen zu müssen.

Als ob es dadurch eine Initialzündung gab, ging nun in der Trophy die Post ab.
Hinterachswechsel bei der #32
Motorschaden bei der #14
Achsbruch bei der #14
Radstern Problem bei der #14
Die #32 schlägt an der Waage breitseits in das Schnitzelalm Zelt ein. (Zelt bleibt heile)
Motorschaden bei der #21
Bremsprobleme bei der #21
Die #14 und #21 müssen ebenfalls ihre Karts ganz abstellen.
Das Zwischendurch die #89 in das Pace-Kart Feld fährt und 1 Strafminute erhält, ist dagegen ja schon Kleinkram.

Als die Sonne aufgeht ist das Trophy Feld zwar dezimiert, aber wieder beruhigt. Doch der Speed hält an. Die Hausexperten (50) führen und dürfen weiterhin vom Gesamtsieg träumen (P4 Gesamt nur -1Rd.) Durch eine andere Strategie geht die #50 immer wieder im Gesamtklassement in Führung, insgesamt haben sie schon 76 Führungsrunden auf dem Buckel. KSR und Talentfrei folgen rundengleich dahinter mit 4 Runden Rückstand, aber beide in den Top-Ten genau wie die #8 der Hausexperten auf den 4.Trophy-Rang. Mit etwas Abstand folgt dann EM Racing, die MSC O Junioren und die Scuderia Nove Rosso.

Im Großen und Ganzen ändert sich daran auch nichts bis 2h vor Schluss, nur das die #8 durch eine Zeitstrafe etwas aus den Tritt kommt und in der Folge EM Racing P4 überlassen muss.

Die #50 fährt noch, mit einer Hand am Gesamtsieger Pokal, volle Attacke (P4 mit -2Rd.) Die Führung in der Trophy Klasse ist erstmal nebensächlich. Aber nachlassen können sie auch nicht, denn Talentfrei ist nur 3 Rd. zurück auf dem 2.Trophy Rang. (P6 Gesamt) Die Plettenberger haben mittlerweile einen Respektabstand auf KSR rausgefahren (+2Rd) und reiten ebenfalls auf „Wolke7“ im Qualimodus um die Strecke.

Und dann PENG
Die #50 rollt mit gebrochenen Rahmen in die Box, neuer Achsschenkel, Rahmen schweißen und wieder auf die Strecke.

Und wieder PENG
Talentfrei hämmert ihr Kart bei der Anfahrt zur Waage in die Boxenmauer. Spurstange, Achsschenkel und Lenksäule. Das volle Programm

Was war denn da los? Das Racing Schicksal hat unvermittelt und brutal zugeschlagen.
22 Stunden liefern beide eine geniale Show und innerhalb von 11 Minuten gefrieren beider Boxenmannschaften die Gesichtszüge.

Einen Wechsel der Gesichtszüge erlebt auch die KSR Mannschaft, nur eben in die andere Richtung. Die Familie Seidel nimmt dieses Geschenk natürlich dankbar entgegen und kann nun sogar den Speed rausnehmen und gewinnt das Bavarian 24h mit einer Runde Vorsprung auf die unglücklichen Hausexperten und Talentfrei Racing. Selbst ein zweiter Trophy Platz kann die Hessen nur bedingt begeistern und auch die Sauerländer schauen wenig begeistert bei der Siegerehrung.

Dabei durfte die #10 noch froh sein das die weiteren Verfolger in Form von EM Racing und den MSC O Junioren nicht noch Nutznießer wurden. Doch Talentfrei ist nicht nur auf der Strecke schnell, auch die Mechaniker Crew gehört mittlerweile zu der schnellen Sorte.

EM Racing also auf P4. „Uns fehlte einfach etwas Speed, wir kamen nicht richtig aus der Hüfte. Ein, zwei Zähne kürzer hätte uns eventuell geholfen, aber die anderen fuhren ja die gleiche Übersetzung und wir haben selbst zu viele Fehler gemacht“ verriet uns Emil Minar nach dem Rennen.

Platz 5 geht an die MSC O Junioren. Zu wenig, wenn man über Führungsrunden im Gesamtklassement (50 Runden) verfügte, doch ein Hinterachswechsel ist keine Kleinigkeit zumal dann noch der Einschlag an der Waage dazu kam. P6 geht dann an die #8 der Hausexperten. Eine Halbzeit richtig gut! In der zweiten Hälfte ging den Jungs etwas die Puste aus. P7 dann für tapfer kämpfende Truppe der Scuderia Nove Rosso, die es auch noch in die Top-Twenty des Gesamtklassements schaffte. Nicht so schlecht wie es aussehen mag, mit P19 Gesamt hatten die Berliner vor 2 Jahren noch den BEBA Cup in Wackersdorf gewonnen. Und der Rest? Die waren die Opfer der Nacht geworden und hatten beim Zieleinlauf schon längst alle eingepackt.