Erstaunliche Erkenntnisse bei der Analyse der Boxendurchfahrten.

Auch weil das Thema von festen Durchfahrtszeiten bei den GTC Boxendurchfahrten immer wieder einmal Thema in der GTC ist, haben wir uns die Durchfahrtszeiten einmal genauer angeschaut.

Da bot sich das diesjährige Bavarian 24h geradezu an, gab es doch nur 4 Pace-Kart Phasen und kaum technische Defekte, die die Durchfahrtszeiten beeinflussen.

Und gerade in Wackersdorf gib es immer wieder Stimmen:
„Team XY nimmt uns bei jeden Stopp 10 Sekunden (oder mehr) ab“
„In der Nacht passt keiner mehr auf, da glühen alle durch die Boxengasse“

Nun gibt es in der GTC ja kein Boxenein- und Ausgangsignal für die Zeitnahme. Anhaltspunkt ist also jeweils die Boxendurchfahrt inkl. Waage, Tankbox (falls getankt wird) Fahrerwechsel (falls der Fahrer gewechselt wird) und dann die Outrunde, bis man wieder bei Start/Ziel ankommt.

Das Erstaunliche bei der Auswertung war nun, dass man sehr gut ablesen konnte, wer nicht bei jedem Mal getankt hat (Hier lag die Durchfahrtszeit bei 120 Sekunden + -) Oder mit tanken (140 Sek. +-)
Unterschiede gibt es dann noch ob der Fahrer gewechselt wurde oder nicht, aber das liegt dann in einem kleineren Sekundenbereich.

Zur besseren Analyse und Übersicht, haben wir die Stopps unter Pace-Kart und alle Stopps über 3 Min. (Reifenwechsel/oder techn. Problem) nicht mitgerechnet. (Rot= Stopp unter PC & Grau= Stopp über 3 Min. meist Reifenwechsel od. techn. Problem, markiert)

Bei der Analyse kamen auch die unterschiedlichen Taktiken zum Vorschein.

Einige Teams tankten bei jeder Durchfahrt (dafür waren die Tankzeiten dann etwas kürzer) Einige fuhren Langen Turn (kein Tanken) dann einen kürzeren Turn (dann Tanken) Hier waren die Tankzeiten dann entsprechend länger. 

Alles in allem eine interessante Auswertung der GTC Top-Teams, wobei wir die jeweiligen Klassensieger mit aufgeführt haben und dann noch Team RBM 85, als relativer Neuling.

Die Facts:

In den Nachstunden sind keine schnelleren Durchfahrten aufgefallen.
Bei gleicher Taktik liegt der Mittelwert bei den Stopps eng beieinander
Teams die nur jeden 2 Stopp Tanken, müssen dann mehr tanken und stehen etwas länger.

Die Hausexperten (#50) kommen mit 23 Stopps aus, erwischen alle 4 Pace-Kart Phasen und können 2 x 60 Minuten Turns ohne Nachtanken fahren!

H&R (57) schafft es mit 22 Stopps auszukommen!

Auszumachende Unterschiede im Boxenspeed sind, wenn überhaupt, innerhalb von 5 Sekunden. Im Mittel wesentlich weniger.

Fast jedes Top-Team hat einen 10 Sekunden Strafe wegen Speedlimit bekommen. Diese Überschreitung ist aber kaum aus den Zeitnahmedaten abzulesen. (liegt also dann in einem minimalen Bereich)

Oberheiden tankt jedes Mal (Stopp 1 unklar) und benötigt nur 23 Stopps. Dazu können sie 3 der 4 Pace-Kart Phasen zum Stopp nutzen. Mit 3.02 Min. legen sie den schnellsten Stopp mit Reifenwechsel hin.

H&R fährt Die gleiche Taktik (ebenfalls nur 22 Stopps) benötige aber fast immer 9 Sekunden mehr bei den Durchfahrten.

Viele weitere Informationen, taktisches Vorgehen und Verbesserungspotential kann man aus so einer Analyse herauslesen.

Viel Spaß dabei