Das Wunder aus Köln

Hallo, was ist denn hier los? Gäbe es eine Wahl „Team des Rennens“ wäre dieser „Titel“, trotz des Überraschungserfolges des KSF Bosch, eindeutig auf die Gentlemen-Truppe von MBS Racing gefallen.
Das muss man sich mal vorstellen, die haben 92 GTC Rennen benötigt um in Cheb ihren ersten Klassensieg zu feiern und schoben nun in Oppenrod gleich Sieg Nummer 2 nach! Klar die Mannschaft hat mittlerweile zwei Piloten dabei, die das 60te Lebensjahr noch nicht überschritten haben, aber Hallo, da kommt Curt mit seinen 73 Jahren und fährt Teamintern die „Bestzeit“ Diese lag zwar 1 Sekunde hinter der absoluten Bestzeit, aber gerade das macht deren Erfolg ja umso herausragend. Wie machen die das? Haben die beim Einsturz des Kölner Stadtarchives den heiligen Gral entdeckt? Zünden sie vor jedem Rennen im Dom eine Kerze an? Während der Verfasser dieser Zeilen schon nach einem 10 Minuten Turn ein Sauerstoffzelt benötigen würde, spulen die Kölner mit einigen Jahren mehr auf den Buckel ihre Turns gelassen und ruhig herunter, lassen sich in keine Scharmützel verwickeln, liefern saubere Boxenstopps ab und meiden die Strafbox. Reifenwechsel im Rennen meidet man solange man kann, schließlich fällt das hochwuchten des Karts auf den Bock, nicht gerade leicht. Es zwickt halt hier und da, auf der Strecke aber (mit Helm auf dem grauen Haupt) sieht man denen das Alter in keiner Weise an.

In der 7h Rennstunde ging man in Führung und war nach 12h, 14h, 16h und 1000km vorn. Applause und tiefe Verneigung.

 

Applause auch für die 5 Rookies im Cup-Feld. Die sind angekommen in der GTC. Während man in Cheb (bis auf die BIGBOYS) das Feld noch vor sich herschob, sah es in Oppenrod schon ganz anders aus. Nach 3h lag OSM aussichtsreich auf P3, nach 6h sah man Racoon Racing auf P2, nach 9h enterte RBM die Top-5 und die Schnitzelalm Mädels machten ebenfalls einen Riesenschritt.

Die pinke #101 hielt sich die gesamte Renndauer in den Top5, enterte zur

Unterbrechung P2 mit nur 1 Runde Rückstand auf MBS und wurde nach 1000km hochgelobter Dritter. Damit konnten sie FirEx auf P4 verweisen. Die Sachsen dominierten die Anfangsphase, sprich die ersten 6h Stunden. Das gesamte Feld zeigte sich aber so kompakt, dass ein falsch getimter Boxenstop, Pech mit einer Pace-Kart Phase oder auch der kleinste Service in der Box, das Klassement durcheinanderwirbelte. OSM, Racoon und auch RBM mussten dann noch einmal Lehrgeld zahlen. Rad verloren (#55) und krumme Hinterachsen bei der #69 und #84 ließen alle Pokalträume der Rookies zerplatzen. Dies kennt nano-Racing aus Aachen aus dem letzten Jahr zur Genüge. In ihrem Debütjahr verpassten sie knapp aber regelmäßig die Podestplätze. Nun, in ihrem 2.Jahr sieht das ganz anders aus. Die sympathische Truppe ließ sich selbst durch eine lockere Hinterachse in der Anfangsphase nicht entmutigen und schob sich Runde um Runde wieder nach vorn, und nistete sich in der zweite Rennhälfte auf P5 ein. Damit vermasselten sie den Gaststarter von Herkules Racing / Kassel gleich einen Pokalrang im ersten GTC Versuch. Trotzdem hat es den Hessen Spaß gemacht, die auf Anhieb überzeugen konnten.

Damit kommen wir zum letzten Rookie. Die BIGBOYS aus Sylt. In Cheb fantastischer P2 und diesen Rang in Oppenrod klasse bestätigt. Man spulte in der Anfangsphase die 3h Senior-Masters ab, selbstverständlich gleich mit den 190kg Turns und schob sich dann langsam aber stetig Richtung Top-5. Nach 9h auf P4, dann die Jagd auf die Mädels. Nach 14h enterte man P2 und machte Jagd auf MBS. Die Kölner jedoch blieben cool und ließen sich nicht beirren. Die Erfahrung aus 15 Jahren GTC lässt einen eben ziemlich entspannt aufmüpfige Youngster abwehren.

Die Sonderwertung (Tag2) gewannen die BIGBOYS vor MBS Racing, nano-Racing den Schnitzelalm Mädels und FirEX.