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Abteilung Attacke, beim 11ten Bavarian 24h in Wackersdorf.

08.09.2008

Ganz anders als der vorletzte Lauf in Saalfelden (A), verlief der 4te Meisterschaftslauf der GTC, am 30/31.8. in Wackersdorf. Irgendwie erwartet, ein ums andere mal aber wieder verblüffend. Es gab nur ein Motto. Attacke, und zwar von Anfang an. Trotzdem scheint der Lauf in Österreich noch in den Köpfen der Fahrer und Teamchefs nachgewirkt zu haben.

Die ersten Stunden des Bavarian 24h passierte rein gar nichts. Kein Ausfall, keine Pace-Kart Phase, keine Ausrutscher, keine blöden Aktionen. Lektion gelernt, möchte man meinen. Überlegt und souverän spulten die 33 Mannschaften die ersten Stunden ab und dies keineswegs im Bummeltempo. Die arivierten Teams an der Spitze mussten sich gar der Attacken aus dem ELKM Lager erwähren, die sogar Führungsarbeit leisteten. Die Teams aus der ELKM wurden neben ihrer eigenen Klasse auch in der Division III gewertet, womit einige Teamchefs nervös wurden als auch nach 6 Stunden zwei ELKM Teams immer noch vorn dabei waren. Besonders hervor taten sich dabei das Primavera Team und Always 2nd. Dies lag zum einem an den infernalisch gut gehenden Karts der ELKM, zum anderen an den Summengewichten. Die Fahrer der ELKM Teams müssen ein Durchschnittsgewicht von 75kg auf die Waage bringen und liegen damit im Schnitt bei 175kg Gesamtgewicht. Natürlich setzten die Teams zu beginn die „leichten“ ans Steuer und mischten die GTC´ler erst mal auf. Im weiteren Verlauf der 24h relativierte sich dies natürlich, was nichts an der starken Leistung der ELKM Teams änderte. Zum Schluss hatte dann Always 2nd die Nase vorn und wurde bestplatziertes ELKM Team auf Rang 4 in der Division III. Zweiter der KSF Bosch, der erst nach einem Kartwechsel bei Halbzeit in Schwung kam. Dritter dann das ELKM Kart von MJ aus Nürnberg.

Kartwechsel, das gibt es in der GTC natürlich nicht. Wenn hier etwas nicht funktioniert muss man reparierenoder damit leben. Wenn die Teams in Wackersdorf auch vorsichtig zu Werke gingen, gab es doch Mannschaften die mehr schrauben mussten als ihnen lieb war. Besonders hart traf es dabei den MSC Speed, die Dellendoktoren deren Gerät mal richtig schnell war. Das Daytona Racing Team musste eine glatt durchgebrochene Hinterachse ersetzen womit man natürlich keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. Damit sind aber schon die größeren Baustellen genannt worden, sieht man vom nervenden Wechsel von Kettenblättern ab, die die RK Youngster und MBS/Köln zurückwarfen.

Es war also der von vielen befürchtete 24h Sprint, der erst nach 5 ½ Stunden durch die erste Pace-Kart Phase unterbrochen wurde. Die folgende Sprintwertung über 5 Runden sicherten sich die Zehn Gebote vor Messebau Racing II und DS Racing.

Dies waren aber nur Nebenschauplätze. Gefightet wurde schließlich umden Prestigeträchtigen Sieg und um die Meisterschaft. Diese ist, zumindest in der Div.III, nach Wackerdorf entschieden. Nein, nicht mit einem Sieg des alten und neuen Meisters Cool Running aus Jettenburg. Die versuchten zwar alles mussten sich aber einem bestens aufgelegten Messebau Racing Teams II aus Sinsheim beugen. Die Sinsheimer ließen nichts anbrennen, war teuflisch schnell unterwegs und hatten ein absolut problemfreies Rennen. Mit knappem Vorsprung von einer Runde feierten die Messebauer ihren ersten großen Sieg. Rang drei ging an die Nürnberger MJMannschaft vor gleich drei ELKM Teams in der Reihenfolge, Always 2nd, KSF Bosch und der zweiten MJMannschaft. Erst danach die Kartschule.de die ein nicht ganz problemfreies Rennen hatten. Dabei profitierten sich auch noch vom Pech der „Schüler“ aus dem Team der Kart Academy, die erst in der Schlussphase den Platz an die Kartschule verloren, als sie zu einem außerplanmäßigen Reparaturstopp in die Box mussten.

Überraschendes gab es auch in der Division I. Hier dominierten beide RK Mannschaften aus Sinsheim das Geschehen und dies ganz weit oben in der Gesamtwertung. Die RK Youngster blieben allerdings unbelohnt da sich gleich zweimal ein Kettenblatt zahnlos zeigte. Die Startnummer 81 von RK-Motorsport ließ dafür nichts anbrennen. Nach dem Sieg in der Senior Masters nach 3h gewannen sie auch die 6h Sonderwertung und hielten die Perfomance die restlichen 18h bis zum Ziel bei. Die Verfolger waren von allerbester Sorte, konnten den souveränen Sieg dennoch nicht verhindern. Allen voran ATW Racing/Reichartshausen, immerhin 3x Gesamtsieger des Bavarian 24h. Mit dem zweiten Rang konnten sie sich in der Meisterschaft aber weiter absetzen und haben nun die besten Karten für das Finale am 3./4. Oktober. Platz drei in Wackersdorf undnun zweiter in der Meisterschaft ist Shark Endurance Racing aus Halver, die ATW richtig einheizten aber einfach keinen Weg vorbei fanden. Mit lediglich einer Runde Rückstand auf ATW kreuzten die Sauerländer die Ziellinie. Die Fahrschule Bolz/Kiel wahrt mit Rang vier ihre Meisterschaftschance. Die Norddeutschen mussten zwar Shark vorbei lassen, liegen aber nur zwei Punkte dahinter auf Rang drei. In Wackersdorf fehlte ihnen einfach der Speed um eine noch gewichtigere Rolle zu spielen. Fünfter wurde das DCMS Team aus Plochingen, die noch vor dem amtierenden Champ der Division, Honda Spirit in Ziel kamen. Die Offenbacher haderten mit defekten Zündkerzen, die erst zu spät entdeckt wurden.

Die Division II war ein Abziehbild ihrer „Zweimotorigen“ Konkurrenten aus der Div.I.
Egal was der MSC Oberflockenbach auch versuchte, sie kamen einfach nicht an den Zehn Geboten/Hagen vorbei. Über 24h tobte der Kampf, der letztendlich mit zwei Runden Vorsprung für die Zehn Gebote entschieden wurde. Beide Teams agierten absolut fehlerfrei. Die Hagener waren einfach den kleinen Tick schneller. Im Schnitt verloren die Flockies also 89 Tausendstel pro Runde. Wahnsinn. So knapp dahinter, man hofft und bangt und es passiert rein gar nichts. Millimeter um Millimeter ziehen die Zehn Gebote davon und auch ihr PCR hielt dieses mal bis zum fallen der Flagge. Somit gelang dem GTC Rekordteam der vierte Sieg in Wackersdorf. Es war wohl der am härtesten erkämpfte. Bei dem Speed den die beiden ersten anschlugen, blieb dem Herrn der Berge, die Spucke weg. Saalfelden-Sieger Live Strip Racing mit Teamchef Uli Neuser, hatte ebenfalls ein perfektes Rennen. Wenn aber vorn rein gar nicht passiert, ist man mit einem Zehntel langsamerenRundenzeiten chancenlos. Die als Tabellenführer angereisten Heilbronner waren dennoch nicht enttäuscht. Schließlich liegt man vor dem Finale nur 10 Punkte hinter den Zehn Geboten auf Rang zwei in der Meisterschaft. Alles noch offen. Volle Attacke beim Finale in Belleben.
Auf Platz vier und fünf kamen die anderen beiden Teams des MSC Oberflockenbach ins Ziel. Die große Odenwälder Mannschaft war froh darüber dass anders als in Saalfelden, ihre Mechaniker vor lauter Langeweile die Box kehrten oder das Werkzeug putzten. Lediglich Startschwierigkeiten bei der #35 sorgten kurzfristig für Irritationen. Unbelohnte „Helden“ der Div.II  blieben DS Team/Warendorf und die Dellendoktoren. Die sind vom Speed nun dabei und konnten sich lange in der Spitzengruppe tummeln. Wenn die Jungs noch die kleinen Problemchen in den Griff kriegen, ist mit denen zu rechnen.  

Die 11te Auflage des Bavarian 24h bewies erneut auf welch hohem Niveau die Teams operieren. Aber, und das lässt viele Neueinsteiger hoffen, man kann auch als Neuling auf Anhieb vorne mitfahren, was die ELKM Teams bewiesen. Die Leistung aber 24h lang auf so einem hohen Niveau zu halten, ist die Kunst die die Frontrunner der GTC mittlerweile draufhaben.

Frank Jelinski

 

Mehr Bilder : www.danielschulz-kart.de
 
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