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GTC Saisonauftakt in Bopfingen

 

Die lange Winterpause ist vorbei. Die Langstreckenteams der GTC sind wieder zurück auf der Rennstrecke. Immer, wenn eine neue Saison beginnt, reisen die Teams mit runderneuerter Motivation zum ersten Lauf. Natürlich bleiben einige Fragezeichen. Haben wir den Anschluss an die Spitze geschafft? Sind Material und Fahrer bestens eingestellt? Wie stark ist die Konkurrenz ?

Das schöne an der GTC ist die Beständigkeit. Man benötigt keine große Weiterentwicklung. Auch ein neues Wunderchassis oder Motorenentwicklung die gleich ein paar Zehntel bringen, gibt es nicht. Beim letzten Start in Bopfingen, dieser liegt immerhin 9 Jahre zurück, fuhr das Tasman Team aus Bensheim die schnellste Rennrunde mit 48,380. In diesem Jahr war es der MSC Oberflockenbach, der mit der schnellsten Runde glänzen durfte. 48,273, das sind gerade einmal 1 Zehntel. Dies bedeutet, dass man sich auf sein Material verlassen kann und auch mal 2-3 Jahre seine Karts und Motoren ohne Probleme einsetzen kann. Hat man einmal den Anschluss an die Spitze geschafft, bleibt man auch vorne dabei. Man darf das Hauptaugenmerk auf andere Dinge legen. Haltbarkeit und Taktik zum Beispiel. Wer noch nicht bei der Pace war, kommt nach ein paar „Lehrrennen“ schnell in Schlagdistanz der Top-Teams und dann zählen nur noch Kleinigkeiten.

Das Dellendoktor MSF Team aus Ehningen ist dafür ein gutes Beispiel. Die kamen letztes Jahr in die GTC und das gleich in die Top-Klasse der Div.II. Hier dürfen Motoren selbst vorbereitet und bis zu einem gewissen Grad getunt werden. Normalerweise verbringt man die Lehrzeit in einer der Divisionen, wo serienmäßige, verplombte Motoren benutzt werden. Die Dellendoktoren, im letzten Jahr noch weit von der Pace entfernt, nutzten die Winterpause und präsentierte sich in Bopfingen bärenstark wurden aber schlecht belohnt. Eine gebrochene Benzinpumpe kostete reichlich Zeit. Beim nächsten Rennen wird das Corpus Delikti einfach anders am Kart befestigt und schon tritt dieses Problem nie wieder auf. Auch andere Rookies müssen noch Lehrgeld zahlen. Magirus Bulls zum Beispiel. Eine gebrochene Auspuffhalterung sorgte für zusätzliche Boxenstandzeit, genau wie beim Daytona Racing Team aus Essen. In diesen Details steckt die eigentliche Entwicklungsarbeit. Sämtliche Halterungen, Gaszüge und Anbauteile müssen so befestigt sein, das sie die Torturen eines Langstreckenrennens klaglos überstehen. So fährt zum Beispiel fast das gesamte Feld die langsamere aber wesentlich bessere O-ring Kette.

Bei aller Umsicht und bester Vorbereitung ist man aber vor Fehlentscheidungen nicht gefeit. Und Entscheidungen muss man viele treffen im Verlauf der Rennen. Kommt noch Regen hinzu muss man nicht nur blitzschnell handeln sondern auch richtig liegen. Den Griff ins Klo leistete sich in Bopfingen die Scuderia Nove Rosso das Live Strip Racing Team und die Cool Runnings. Die bleiben viel zu lange auf Slicks und hofften auf eine nur kurze, nasse Phase. Alle verloren dabei einige Runden. Eben gründlich verwachst, dabei lief es gerade bei Cool Runnings und der Scuderia bis dahin bestens. Der Doppelmeister der Division III aus Jettenburg hatte einen exzellenten Einstand in der Briggs Klasse und fuhr locker mit an der Spitze. Bis zum Regen. Die Scuderia Nove Rosso führte gar mit Rundenvorsprung bevor man das pokern anfing und sich verzockte. Dies spülte das Messebauteam nach vorn, nachdem ein anderes Top-Team dieser Division bereits in der Anfangsphase Federn lassen musste. Die MSC O Slalom Kids wechselten von den Briggs zu der Honda Klasse und fuhren auf Anhieb vorne mit. Doch ein Unfall in den ersten Runden kostete nicht eingeplante Reparaturzeit. Nach dem Regen kämpfte sich die Scuderia wieder an das Messebau Team heran. Im Ziel fehlten dann nur 45 Sekunden um den ersten GTC-Sieg der Berliner Truppe klar zu machen. Mit Rang zwei und Sieg in der 3h Wertung war man dennoch hoch zufrieden und freut sich nun auf das Heimspiel beim 24her in Templin. Messebau siegte also in der Div.III vor der Scuderia und den Slalom Kids des MSC O. Dahinter konnten die „Schüler“ der Kart Academy gleich einen vierten Rang beim ersten Einsatz feiern. Knapp danach lief das zweite Rookie Team von Magirus Bulls ins Ziel. Ein rabenschwarzes Wochenende verbrachte MJ Racing/Nürnberg in Bopfingen. Ein gebrochenes Kettenblatt verwandelte ihr Kart in eine Kettensäge. Die nicht mehr geführte Kette durchtrennte dabei locker den Auspuffkrümmer!

Die Division II war eine lockere Angelegenheit des MSC Oberflockenbachs. Die Regenphase nutzten die Odenwälder um sich noch mehr abzusetzen, da die Verfolger in Form des amtierenden Meisters, die Zehn Gebote und auch die Cool Runnings nicht über die Regenqualitäten eines Kombi WF Chassis verfügen. Da konnte selbst eine Stop&Go Strafe für die Odenwälder einen deutlichen Sieg nicht verhindern. Dies war auch der einzige Fehler der Odenwälder, die trotz großen Vorsprungs immer letzte Rille fuhren und unnötige Risiken eingingen. Bei jedem Boxenstop glühte man Richtung Waage und nutzte den letzten Millimeter bis zu den Haltelinien an der Waage und Tankbox. Einmal war es dann des guten zuviel. Die Zehn Gebote wurden genau so locker Zweiter. Hier waren es körperliche Probleme nach der langen Winterpause. Wie viele Fahrer stöhnten auch die Hagener über die extremen Belastungen. Sabby schaffte es dann nach den Turns nicht mehr den Tankstutzen des Karts zu öffnen und viele hatten Probleme mit der Halsmuskulatur. Im Endspurt schafften es die Cool Runnings noch an Solar Power vorbei zu gehen und sich den dritten Rang zu sichern. Solar Power haderte im Training mit der Motorleistung und man erwog den Wechsel auf ein Leihkart von AEM. Der Leistungsschwund entpuppte sich dann als viel zu kurze Übersetzung und falsche Bedüsung. Bei ihrem ersten Einsatz in der GTC nach 5 Jahren waren sie sodann immer unter den Top-Five und verwiesen das Live Strip Team auf den fünften Rang. Die Heilbronner mussten auf ihren Top-Fahrer Tobi Neuser krankheitsbedingt verzichten und lagen dann noch bei der Reifenwahl daneben. Zum 24her in Templin hoffen sie auf einen ähnlichen Erfolg wie letztes Jahr in Saalfelden. Die danach platzierten Mannschaften vom MSC O Junior Team, Dellendoktor und Daytona Racing/Essen verbrachten zu viel Zeit in der Reparaturzone der Boxengasse, um sich unter den Top-Five zu schieben.

Die Division I der zweimotorigen Karts erlebte Formel1 ähnliche Verhältnisse. Da zog sich das Sinsheimer RK-Team zurück, das ähnlich wie Honda in der Formel1 nicht gerade zu den Frontrunnern zählte, und ein Haufen Motorsport Enthusiasten übernahm das Material, um damit beim Saisonauftakt alle niederzubügeln. Das neue VPA Team aus Kirchheim/Teck setzt sich aus bekannten GTC Größen zusammen. Alle Fahrer des Teams haben schon etliche GTC Siege errungen. Das Kart lassen sie von AEM vorbereiten um es auf den Strecken selbst einzusetzen. Schnellste Runde und ein deutlicher Sieg, was will man mehr. Eventuell die Pole-Position? Nun, dafür muss man den jungen Dominik Buss schlagen, der überraschenderweise das Single Qualifying für sich und seine Honda Spirit Mannschaft sicherte. Das Rennen war trotz dem Speed von VPA spannend. Die Fahrschule Bolz konnte dran bleiben. Nur eine Runde zurück bei 12 Rennstunden. Das Rennen der ersten drei der Division verlief auch ohne geringste Probleme. Man belauerte sich. Eigentlich hätte auch der amtierende Meister, ATW-Racing dazugehört. Eine lockere Achsschenkelaufnahme kostete aber einige Zeit in der Box, womit zum Schluss nur der vierte Rang heraussprang. Vorne also VPA, die Fahrschule Bolz und Honda Spirit, dann ATW. Etwas weiter zurück folgten die „zweiten“ Teams von den Messbauern und der Fahrschule Bolz. Die Kölner Originale von MBS Racing konnten in der Schlussphase noch das Motorsport Union Saar vernaschen und sich Rang sieben sichern.

Da man sich Naturgemäß auf ein 24 Stunden Rennen noch gewissenhafter vorbereitet, kann man sich auf den nächsten Lauf in Templin nur freuen. Die Vorbereitung auf das Rennen zweimal rund um die Uhr ist auch extrem wichtig. Schließlich galt der Kurs nördlich von Berlin, schon bei einem 12h Rennen als nicht gerade Material schonend.

 

 
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