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Wie in alten Zeiten, 24h Saalfelden (A)

 

Ich fühlte mich wie bei meinem ersten Le Mans Einsatz 1983.
Le MansGeniale Streckenführung bei der man, um schnell zu sein, so richtig die A....backen zusammenkneifen musste, volles Starterfeld und am Ende hatte der gewonnen der ohne Probleme durchkam. Der Speed war gar nicht so entscheidend. Dazu kam ein Fahrerlager und eine Boxengasse mit absurder oder gar keiner Infrastruktur. Wer dort Übernachten musste stellte sich am besten darauf ein 5 Tage nicht auf die Toilette zu gehen, an Duschen war gar nicht zu denken. Aber was sollte es, schließlich war man zum Rennfahren da, bei einem der größten Autorennen der Welt.

Seppo fliegtSaalfelden anno 2008. Geniale Streckenführung bei der man, um schnell zu sein, so richtig die A....backen zusammenkneifen musste, volles Starterfeld und am Ende hatte der gewonnen der ohne Probleme durchkam. Der Speed war gar nicht so entscheidend. Dazu kam ein Fahrerlager und eine Boxengasse mit absurder oder gar keiner Infrastruktur. Wer dort Übernachten musste stellte sich am besten darauf ein 3 Tage nicht auf die Toilette zu gehen, an Duschen war gar nicht zu denken. Aber was sollte es, schließlich war man zum Rennfahren da, bei einem der größten Kartrennen der Welt.

Mann, war das genial.
Was den Piloten die Freudentränen in die Augen trieb, brachte die Teamchefs und Schrauber zur Verzweiflung. Trotz allem, die Jungs sind lernfähig. Bereits nach einer guten Stunde wusste man, das man sich besser nicht an der provisorischen Holzstreckenbegrenzung anlehnt. Dank einigen Österreichern die dort ihre Hinterachsen in einem 90Gradwinkel deformierten oder aber der #34 vom MSC Oberflockenbach. Die hatten zu diesem Zeitpunkt Glück, das es nur die Felge zerriss. Ok, der Vergaser wurde dadurch auch in Mitleidenschaft gezogen, doch das war noch harmlos für die Flockies, wenn man den weiteren Verlauf des Rennens sah.

Dann war da noch der sogenannte „Fly-Over“ bei dem man, wenn richtig das Pedal gedrückt, kleinere bis mittlere Flugeinlagen bestaunen konnte. Die anschließende Landung ging ja problemlos. Komisch nur, das Stunden und etliche Sprünge später, Achsschenkel und Spurstangen davon flogen oder ganze Rahmen brachen. Man sollte eigentlich annehmen das die Österreicher in dieser Beziehung einen Erfahrungsvorsprung vor den Deutschen besaßen. Mitnichten! Da war zum Beispiel die genialste aller Kurven, die „blinde“ Links direkt nach der Kuppe. Dort konnte man wunderbar links etwas über die Gras- bzw. Kiesnarbe rodeln. Mit der Folge das sich nun, abseits der Ideallinie, eine kleines Geröllfeld auftat. Und, oh Wunder, dort war kein Grip. Einige versuchten sich dort als Spezialisten die die Kurve außen herum versuchten. Ob allein oder zu zweit spielte dabei keine Rolle, der Effekt war der gleiche. Reihenweise hämmerten sich die Teams in die Streckenbegrenzung. Zum Glück gab es dort erstklassige Streckenposten, die trotzdem nicht gewillt waren unter Gelb die Strecke zu richten. Zur Sicherheit wurde der Streckenabschnitt nur repariert wenn das Feld unter Gelb einfach geradeaus geleitet wurde. Die Folgeerscheinung war auch nett. Es gab nun eine lange, statt zwei kurze, Geraden. Besonders pfiffige gaben nun Gas und wollten Boden gut machen. Hallo, Eure Übersetzung passt dafür nicht! Egal, der Motor hört sich bei gefühlten 20000 U/min doch wesentlich besser an. Der Tonfall der Teamchefs beim anschließenden Boxenstopp mit Motorwechsel klang auch ganz gut.

Übrigens wurden viele „Ösi-Teams“ zu unrecht verdächtigt, die GTC Jungs reihenweise in die Bande zu kicken. Zu einem Unfall gehören immer zwei und die GTC´ler fuhren teilweise wie sie es in Deutschland gewohnt sind. Hier sind die 24her zu Sprintrennen verkommen, wo von der ersten bis zur letzten Minute angegast werden muss um eine Chance zu haben. Es wird ein höheres Risiko eingegangen mit den nun bekannten Folgen.

Als pünktlich zur Halbzeit des Rennens für schlappe 10 Stunden Regen einsetzte, hatten die Fahrer sich soweit im Griff das keine dummen Aktionen mehr gestartet wurden. Es kam auch anschließend noch zu Zwischenfällen und Folgeerscheinungen, aber nun war man irgendwie bemüht das Rennen heil hinter sich zu bringen. Es gab eh keine Ersatzteile mehr im Fahrerlager. So wurden die schnelleren vorbei gewunken und es ging gesitteter zu. Man musste nur auf ein paar Unbelehrbare aufpassen, die es aber in beiden Landsmannschaften gab.

ATWWer vorne lag? Natürlich die, die sich aus allem heraushielten, die wenigsten Kratzer und Defekte am Kart hatten und über das benötigte Glück verfügten. In der Division I war das ATW Racing vor DCMS, in der Div.II die Zehn Gebote vor Live Strip Racing und bei der Div.III Cool Runnings vor MJ Racing, die aber schon deutlich zurück lagen. Alle anderen wiesen schon erheblichen Rückstand auf oder mussten sogar ganz die Segel streichen. Zwar wurde auch auf den Mittelfeld Positionen noch gefightet, vorne aber schien der Kuchen gegessen zu sein. Als bei DCMS eine Kupplung einging, hatte auch ATW die nötige Luft und konnte seit langem wieder einen großen Sieg nach Hause fahren. DCMS wurde noch knapp zweiter vor Honda Spirit. Die Offenbacher konnten sich in der Schlussphase noch an der Fahrschule Bolz/Kiel vorbeischieben. Stefano

In der Division II ging es enger zu. Live Strip Racing konnte sich die gesamte Dauer in Schlagdistanz zu den Zehn Geboten halten. Nach den letzten Stops musste aber Teamchef Uli Neuser einsehen, die Hagener sind nicht zu kriegen. Doch es wurde noch dramatisch. Die Zehn Gebote rollten mit gebrochenem Rahmen, ½ Stunde vor Schluss in die Box und Live Strip Racing durfte sich als Sieger feiern lassen. Nach erfolgter Reparatur sicherten sich die Zehn Gebote Rang zwei vor der Essener Daytona Racing Mannschaft. Die große Truppe des MSC O hatte ein wahres „Seuchen-Rennen“ Ich glaube die Odenwälder haben so ziemlich alles am Kart ersetzt was es zu ersetzen gab. Und das bei allen drei Teams! Ob Unfälle, technische Gebrechen oder Abschüsse, nichts blieb dem amtierenden Meister erspart.

Die Schueler vor dem MeisterGanz im Gegenteil die Cool Runnings/Jettenburg. In der Division III fuhren sie ein überzeugendes Rennes und stellten ihr Kart anschließend ohne jeden Kratzer im Parc Fermé ab. Damit können sie nun, ohne was zu schrauben, direkt in Wackersdorf wieder antreten. Haben die ihr Ding während des Rennens sogar geputzt? Da sie auch ordentlich dabei waren, ist der überlegene Sieg die logische Folgeerscheinung. MJ Racing/Nürnberg wird zweiter und bleibt weiterhin die Überraschung. Auch in Saalfelden lief ihr SKM weitgehend problemlos. Sieht man von der taktischen Glanzleistung ab, einen kompletten Turn mit Regenreifen im trockenen zu fahren, haben die Nürnberger nicht viel falsch gemacht. Rang zwei ist der verdiente Lohn. Eine Mannschaft die niemand da vorne erwartete hätte, schon gar nicht bei einem 24her, war das Kart Academy Team. Nicht nur das die Rookies zum ersten Mal ein 24her absolvierten, nein, sie mussten auch alles selbst erledigen. Taktik, schrauben und alles was dazu gehört. Das meisterten sie wie Routiniers und fuhren sich auf das Podium vor dem Messebau Racing Team II und ihren „Lehrmeistern“ der Kartschule.de.

Die Meinung im Fahrerlager driftet nach dem Rennen weit auseinander. Von oberaffengeil bis niemals wieder. Ich bin davon überzeugt, das alle die dieses Rennen erlebt haben, noch etliche Jahre davon schwärmen oder fluchen. Von den verrückten Österreichern, der Sintflut in der Nacht, dem verrückten Fly-Over, der stundenlangen Schrauberei, bis zu einem bis dahin noch nicht erlebten Rennen. Hat man sich erst mal ein wenig erholt, plant man den nächsten Clou. Den gibt es dann Ende August in Wackersdorf beim Bavarian 24h und bestimmt auch irgendwann wieder beim 24h von Saalfelden

Frank Jelinski

 

 
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